Orphan – Das Waisenkind

ⓒ Studio & Produzent
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Man kennt das ja: scheinbar braves und liebes Kind wird in eine neue Familie platziert und mutiert innerhalb kürzester Zeit zum Satansbraten. Orphan aus dem Jahre 2009 macht da keine grosse Ausnahme.

Kate (Vera Farmiga) hatte bei ihrer dritten Schwangerschaft eine Totgeburt und leidet sehr darunter, dass die Tochter, die sie neun Monate unter ihrem Herzen trug, nicht in ihrer Familie begrüssen konnte. Der Absturz in den Alkohol war die Folge davon. Doch nach etlichen Stunden beim Seelenklempner und einer Entziehungskur ist sie nun soweit, zusammen mit ihrem Mann John ein Mädchen zu adoptieren. Frei nach dem Motto, dass die Liebe, die sie für ihre tote Tochter empfunden haben, nicht verschwendet werden soll.

Ihre Wahl fällt auf die neunjährige Esther, die in einem Waisenheim, geführt von Nonnen, auf ihre neue Familie wartet. Esther scheint ein etwas in sich gekehrtes, aber durchaus freundliches Mädchen zu sein. Intelligent und künstlerisch veranlagt, passt sie zudem perfekt zu Kate, der Pianistin und John, dem Architekten.

Zuhause angekommen wird sie schnell in die Familie integriert. Max, die taube Tochter von Kate und John, freundet sich sofort mit ihr an, und auch Daniel, der ältere Sohn, findet erst einmal Gefallen an der Idee einer neuen Schwester. Doch natürlich ist Esther nicht ganz so brav wie sie anfänglich getan hat und das Unheil nimmt seinen Lauf.

Die Idee an und für sich, ein unschuldiges Kind zum sprichwörtlichen Satansbraten mutieren zu lassen, ist ja nichts Neues. Sei das jetzt Damien Thorn aus The Omen oder Regan MacNeil aus The Exorcist, das Muster ist bekannt. Und auch in Orphan entwickelt sich das Muster genauso, wie man sich das vorstellt. Daher kämpft man auch circa 100 Minuten lang damit, die Augen offen zu halten, respektive den Sender nicht zu wechseln. Doch das Durchhalten lohnt sich. Denn die Auflösung, wieso Esther so böse ist, ist ziemlich einfallsreich und dadurch unterscheidet sich Orphan von den obgenannten Filmen.

Fazit: Orphan ist ein Horror / Thriller der eine interessante Auflösung präsentiert. Er kommt zwar nicht an die beiden obgenannten Filme heran (die Originale, nicht die Remakes!), hat sich aber durchaus einen Platz in diesem «Child-goes-Wild»-Genre verdient.

★★★☆☆

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Orphan, Jaume Collet-Serra, USA / Canada, 2009, 123′
Cast: Vera Farmiga, Peter Sarsgaard, Isabelle Fuhrman, u.a.

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