NIFFF 2012 – Maniac

 Franck Khalfoun, US, 2012, c, 100′

 

In den Strassen einer x-beliebigen amerikanischen Grosstadt treibt der Serienmörder Frank sein Unwesen. Er macht Jagd auf junge Frauen, die er dann skalpiert. Haare, so wird der Zuschauer der bis zum Ende durchhält erfahren, sind nämlich die einzigen «Körperteile» die nach dem Tod nicht zerfallen. Frank tackert diese Skalps auf die von ihm liebevoll restaurierten Schaufensterpuppen, die ihm die Mutter, respektive Freundin, ersetzen. Franks Alltag wird aber eines Tages durch die interessierte Künstlerin Anna, die auf der Suche nach speziellen Schaufensterpuppen ist, verändert. Er sieht in der jungen Frau «Die Eine» und er entwickelt eine Obsession, der schlussendlich auch Anna zum Opfer fallen wird.

Ⓒ Studio & Produzent

Wer mit den 80er-Jahren Horrorstreifen aufgewachsen ist, der hat den einen oder anderen Lieblingscharakter, sei das jetzt Freddy, Jason, Michael oder gar Pinhead. Frank, der skalpierende Schaufensterpuppenrestaurator aus Maniac wird mit Sicherheit nicht dazu gehören. Daran ändert auch Khalfouns Remake des William-Lustig-Filmes aus dem Jahre 1980 nichts. Khalfouns Maniac ist ein anstrengender Film. Und das nicht wegen seiner hyperrealistischen Darstellung von Gewalt. Es ist eine grosse Herausforderung, einen Film der rund 100 Minuten dauert, mit einer subjektiven Kameraführung zu drehen. – und das etwa zu 90 Prozent. Noch grösser ist die Herausforderung solch einen Film zu ertragen. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis der Blickwinkel von dieser subjektiven Kamera auf eine rein beobachtende Kamera wechselt. Die Erlösung, die man als Zuschauer dabei empfindet – und das obwohl gerade eine heftige Tötungssequenz gezeigt wird – dauert nur einige wenige Einstellungen lang. Schon wird man wieder in den Blickwinkel des Mörders gezwängt und geht auf die Jagd nach jungen Frauen. Dieser Blickwinkel macht es einem auch sehr schwer, sich in den Protagonisten des Filmes einzufühlen. Man identifiziert sich eher mit den Opfern, die sprichwörtlich unter den eigenen Händen ihr Leben lassen. Schmerzverursachend sind auch die Vermischungen der Bild- und Tonebene wenn Frank einen «Migräneanfall» erleidet. Geräusche werden zu einem nervzerrenden Kreischen und Franks Blickfeld, respektive was der Zuschauer auf der Leinwand präsentiert bekommt, verschwimmt und löst sich auf.

Wer durchhält bekommt hin und wieder einen Elijah Wood zu sehen, der sich mit Maniac noch einmal mit gewaltigen Schritten von seinem Frodo-Image entfernt. Dem aufmerksamen Betrachter fallen aber leider auch die einen oder anderen Continue-Fehler auf. Aber dies ist nun auf sehr hohem Niveau gemäkelt. Maniac ist eine Tour de Force an Bildern, Tönen und Brutalität mit einer ebenso interessanten wie auch anstrengenden Kameraführung.

 

 

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