NIFFF 2012; Excision

Excision
Richard Bates Jr., USA, 2012, 81′
Cast: AnnaLynn McCord, Tracy Lords, Malcom McDowell

Pauline ist keine normale 17-Jährige. Sie will zwar später einmal Chirurgin werden, doch wohl eher um sich auch weiterhin in ihren morbiden Fantasien suhlen zu können und weniger aus Mitleid mit kranken und leidenden Personen. Kein Blatt vor den Mund nehmend eckt sie überall an, selbst Zuhause ist sie eine Aussenseiterin. Einzig für ihre kleine Schwester, die schwer krank ist, hegt sie so etwas ähnliches wie Liebe. Ansonsten vergräbt sie sich in medizinischen Büchern und stellt sich in ihren Träumen vor, wie sie ihre Unschuld auf einem Seziertisch in einer Leichenhalle verliert.

Der Trailer (siehe weiter unten) zu Excision ist der Wahnsinn. Schnitt für Schnitt werden einem durchgestylte, kontraststarke Bilder voller Symbolik aufs Auge gedrückt. Eigentlich etwas, das ich sehr zu schätzen weiss. Leider verspricht der Trailer mehr, als man dann schlussendlich zu sehen bekommmt. Excision ist Richard Bates Jr. Erster Langspielfilm; er basiert auf seinem gleichnamigen, sehr erfolgreichen Kurzfilm. Das sieht man dem Film hin und wieder an, reihen sich doch einige Bilder und Szenen wenig zusammenhängend aneinander. So, als hätte man im Nachhinein noch ein paar Minuten füllen müssen. Die Story ist zudem ziemlich durchsichtig, soll heissen, der geübte Zuschauer weiss nach etwa 10 Minuten worauf es hinauslaufen wird.

Excison Ⓒ Studio & Produzent

Umwerfend an Excision ist jedoch AnnaLynn McCord als Pauline. Man kommt nicht umhin ihre Performance mit Charlize Therons oscarreifen Leistung aus Monster zu vergleichen. Das mag vielleicht ein wenig hochgegriffen sein, doch McCord ist wirklich sehenswert in Excision. Sie spielt die wenig hübsch anzusehende Soziophatin Pauline mit so viel Inbrunst, dass man glatt vergessen kann, dass sie eigentlich als geschniggelte 90210-Seriendarstellerin angefangen hat (die neuen Staffeln, nicht die aus den 90er Jahren).

Excision ist schon nur wegen der schauspielerischen Leistung sehenswert. Dazu kommen kontraststarke, sehr farbige Bilder, die man ebenso gut als grossformatige Fotografien an die Wand einer Galerie hängen könnte und für teures Geld verkaufen könnte. Es gilt also Richard Bates Jr. im Auge zu behalten. Wenn dieser Mann schon bei seinem ersten Langspielfilm eine solches Tempo vorlegt, ist man gespannt darauf, was als nächstes kommt.

 

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