Fantoche 2012: ParaNorman

Nach Coraline ist ParaNorman der zweite 3D-Stop-Motion-Animationsfilm aus dem Hause Laika. Regie führten Chris Butler und Sam Fell, der schon bei Despereaux und Flushed Away im Regiesessel sass.

Copyright: Universal Pictures Schweiz

Norman ist ein etwas seltsamer Zeitgenosse. Der Junge sieht Gespenster und redet auch mit ihnen. Kein Wunder also, ist er nicht sonderlich beliebt in der Schule. Auch seine Familie ist nicht unbedingt begeistert von seinem «Talent»; einzig seine Grossmutter hält zu ihm.

Dumm nur, ist diese schon länger tot. Doch offenbar liegt das Talent, mit Toten kommmunizieren zu können, in der Familie. Denn eines Tages trifft Norman auf seinen verschrobenen Onkel Prenderghast, der ebenfalls die Toten sieht. Dieser Onkel prophezeit Norman, dass er der Einzige sein wird, der die kleine Stadt vor einem 300 Jahre alten Hexenfluch bewahren kann. Kurz darauf verstirbt Prenderghast und hinterlässt Norman eine reichlich kryptische Anweisung, wie der Fluch der Hexe gebrochen werden kann.

Zusammen mit seinem Freund Neil, seiner Schwester und Neils Bruder versucht Norman, seine Heimatstadt vor dem Zorn der bösen Hexe zu bewahren. Doch wie gesagt, die Anweisungen seines verstorbenen Onkels sind reichlich kryptisch, und so kann der Held die Hexe nicht in ihre Schranken verweisen. Der Fluch der Hexe lässt die Toten aus ihren Gräbern auferstehen und grosses Unheil kommt über die kleine Stadt. Einzig Norman, der mit den Toten kommunizieren kann, kann die Katastrophe noch verhindern.

Copyright: Studio & Produzent

ParaNorman ist Stop-Motion-Film in 3D. Im Unterschied zu der bekannten Knetmasse aus dem Hause Aardman (Wallace & Gromit), wurde bei ParaNorman jedoch eine etwas andere Technik benutzt. Die Macher griffen auf die neueste Technik zurück und liessen ihre Figuren, respektive hauptsächlich die tausenden Gesichtsausdrücke, mit Hilfe eines 3D-Pulverdruckers herstellen. Insgesamt wurden etwa 40 000 Gesichtsausdrücke hergestellt, und dies für einen Film der knappe 90 Minuten dauert.

Die Zutaten, um einen Stop-Motion-Film à la ParaNorman herzustellen, sind folgende:

  • 1 riesengrosses Lagerhaus
  • 50 verschiedene Bühnen/Settings
  • 110 Liter Kunstharz
  • 291,5 Liter Sekundenkleber
  • 300 Puppen
  • 729 Blätter feinkörniges Schleiffpapier
  • 3636,360 Kilogramm 3D-Druckerpuder
  • 5000 X-acto Klingen
  • 25 000 Gummihandschuhe
  • 40 000 verschiedene Gesichtsausdrücke
  • 66 400 winzige Magnete

Hinzu kommen noch tausende von Arbeitsstunden und der passende Voicecast und fertig ist der Film. Wieso ParaNorman in 3D gedreht wurde, ist mir persönlich jedoch nicht ganz klar. Im klassischen 2D würde vollkommen reichen. Es gibt auch die einhellige Meinung im WWW, dass der 3D Effekt in ParaNorman nicht ganz an seinen Vorgänger Coraline herankommt. Bestätigen kann ich das nicht, da ich zu der Sorte Kinogänger gehöre, die sich recht schwer tut mit 3D-Effekten (sprich ich sehe die «dritte Dimension» wirklich nur ganz, ganz, ganz selten).

Nicht so recht anfreunden kann ich mich der Altersfreigabe des Filmes. In Amerika erhielt ParaNorman ein «PG» von der Motion Picture Association of America (MPAA). Das heisst also, der Film kann in elterlichen Begleitung besucht werden. Das «PG»-Rating umgemünzt auf die CH-Kinolandschaft ergibt eine Altersfreigabe von 8 bis 13 Jahre (je nach dem, in welchem Kanton/Kino man den Film sieht). Meiner Meinung nach hat ParaNorman einige nicht ganz so kindgerechte Szenen. Szenen, die einen Achtjährigen den Schlaf rauben werden.

Doch für jeden Erwachsenen, der ein «winziges» Faible für Horrorfilme hat, ist ParaNorman eine Fundgrube an Verweisen an eben jenes Genre. ParaNorman ist, trotz der etwas lang geratenenen Einführung der einzelen Figuren, kurzweilig und witzig.

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