Cargo

Ⓒ Studio & Produzent
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Cargo, der erste Schweizer Sci-Fi … Nun, der Film beginnt nicht schlecht. Beeindruckend was einem da auf das Auge gedrückt wird. Die ersten Szenen könnten genauso gut einem grossen Hollywoodblockbuster entstammen. Danach fällt er aber ins Bodenlose. Die Schauspieler agieren hölzern bis gar nicht, die Story ist gelinde ausgedrückt schwach. Man hat zudem zu oft das Gefühl, dass da und dort geklaut worden ist (Matrix, Kubrick) und die «Spannung» kommt einfach nicht vom Fleck.

Irritierend an Cargo sind die Kameraeinstellungen. Es gibt da zum Beispiel eine Szene, in der die Hauptfigur im Frachtraum des Containerschiffes in Gefahr gerät. Die riesigen Container (gefüllt mit einer «very suspicious» Fracht) werden regelmässig automatisch umgeschichtet. Unserer Heldin wird dadurch der Weg nach draussen verbaut und sie muss sich über brüchige Leitern einen neuen Weg suchen. Jetzt ist das Prinzip von Detaileinstellungen, die Spannung erzeugen sollen, mindestens seit Hitchcocks Rear Window bekannt. Das Problem ist nur, dass man in solchen Detaileinstellungen möglichst auch etwas zeigt, dass aussagekräftig ist. Im vorliegenden Fall wären zum Beispiel Einstellungen auf klammernde Hände oder abrutschende Füsse, gar furchtsame Augen angebracht. Aber bestimmt nicht eine Detaileinstellung von einer Schulter. Die dann unvermittelt unterbrochen wird mit einem Schnitt auf eine Totale, in der die Protagonistin nur noch als oranger Fleck zu erkennen ist. Auch die «leeren» Einstellungen, also Einstellungen ohne irgendwelche Charaktere oder Action darin, fühlen sich an, als ob sie Stunden dauern würden. Es kommt erschwerend dazu, dass das eigentliche Film-Set nicht sehr gross gewesen sein muss. Denn in all diesen leeren Einstellungen bekommt man ein und denselben Gang aufs Auge gedrückt.

Fazit: Cargo ist ein Portfolio für Schweizer CGI-Künstler. Und das ist gut so. Wer aber mehr erwartet, dem schläft das Gesicht ein.

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Cargo, Ivan Engler & Ralph Etter, Schweiz, 2009, 120′, Sci-Fi
Cast: Martin Rapold, Michael Finger, Claude-Oliver Rudoplh, Yangzom Brauen, Pierre Semmler, Regula Grauwiller, Gilles Tschudi, Anna-Katharina Schwabroh, u.a.

 

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