Alte, verbrauchte Männer auf einer einsamen Insel

«expendable: designed to be used only once and then abandoned or destroyed; of little significance when compared to an overall purpose, and therefore able to be abandoned»

Dieser kleine Auszug aus einem «every day dictionary» wär dann auch das Resümee des jüngsten Sylvester Stallone Machwerks The Expendables. Ja gut, grossartiges Kino erwartet man natürlich nicht wenn alte Muskelmänner das tun, wofür wir sie in unserer Jugend verehrt haben. Das Problem an The Expendables ist nicht etwa die Zusammenstellung des Casts. Stallone, Lundgren, Statham, Li, Rourke und wie sie noch alle heissen, die Herren, die lieber ihre Muskeln denn ihre Hirnwindungen spielen lassen. Nein, da kauft man nicht die Katze im Sack. Was da schon etwas enttäuschender ist diese hahnebüchene Geschichte, die einem aufgetischt wird. Die übrigens 1985 schon irgendwie ausgelutscht und verbraucht war. Verbraucht ist übrigens ein weiteres gutes Stichwort: ich rate davon ab den Film auf Blue Ray zu kucken. Die alten Haudegen haben mehr Schminke auf der Haut und mehr Botox unter der Haut als man wohl bei einem Schönheitswettbewerb für die nächste Miss America finden wird. Einzig Jason Statham ragt in dieser Beziehung auf Grund seines Alters aus der Masse hervor.

Ⓒ Studio / Produzent

Um was geht es? Eine Söldnertruppe wird via Mittelsmann von der CIA angeheuert eine kleine mittelamerikanische Insel von ihrem tyrannischen General zu erlösen, der – unterstützt von Amerikanern – das abgeschiedene Inselparadies in eine Drogenhölle verwandeln will. Bei der Sondierung der Lage vor Ort werden die Söldner von der gut bestückten Tochter des Generals betreut. Sie ist denn auch der Grund, wieso die ganze Truppe sich ihrem Anführer anschliesst und die Insel bei ihrem nächsten Besuch in Schutt und Asche gelegt wird. Na, das wärs dann auch schon. Ah ja, das hab ich ja fast vergessen: da gibt es auch noch eine etwa fünf Minuten dauernde Szene in der Stallone, Willis und Schwarzenegger zum ersten Mal überhaupt zusammen auf der Leinwand zu sehen sind. Sonderlich gut ist die aber auch nicht. Kein Wunder wenn das Drehbuch vom Schauspieler und Regisseur Stallone stammt. Sly hat auch noch eine melancholische Story reingeflochten, um dem ganzen Töten und Schlagen und Killen einen tieferen Sinn zu geben, und lässt Mickey Rourke einen etwa zweiminütigen Monolog halten. Und wenn der Mann sich in der Vergangenheit nicht jeden Gesichtsmuskel zweimal gestrafft hätte, dann hätte man die Szene auch von etwas weiter weg filmen können. So musste die Kamera so nah ran, dass man Rourkes Schauspielkunst nur noch an dem überdimensionierten, riesigen Auge, das den gesamten Bildschirm einnimmt, ablesen kann. Fast schon beängstigend …

Nun, was gibt es sonst noch auszusetzen an dem Film? Die Kamera, der Schnitt, das Setting, und gähnend langweilige, sinnlose Dialoge. Wie zum Beispiele diese Meilensteine der Drehbuch- / Skriptkunst: «I promised myself, I’m gonna die for something that counts.» oder «We are the shadow, the smoke in your eyes, the ghosts that hide in the night.» Gewaltige Aussagen, nicht wahr? Der Schnitt, hmm, der vernichtet jede noch so gut choreografierte Kampfszene und das Setting ist 08/15 und austauschbar. JA, ich weiss. The Expendables ist ein Action- und Ensemblefilm. Und ja, der Film liefert einem genau das. Aber irgendwie langweilt man sich einfach zu sehr. Irgendetwas lief da schief. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass man möglicherweise zu hohe Erwartungen hatte, zu sehr will, dass die Helden aus Kinder- und Jugendtagen noch einmal die Leinwand und unsere Herzen erobern. Das tun sie leider nicht, sie sind «expendable».

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